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Mehrsprachige Website und hreflang: Erst entscheiden, dann übersetzen

Von Tim Höltkemeyer Zuletzt geprüft · 9 Min. Lesezeit

Kurz erklärt

Eine mehrsprachige Website stellt gleichwertige Inhalte in mehreren Sprachen unter jeweils eigener Adresse bereit, etwa /en/ und /fr/. Das HTML-Attribut hreflang verknüpft die Sprachfassungen einer Seite gegenseitig, damit Suchmaschinen Suchenden die passende Fassung zeigen. Es ersetzt weder die Übersetzung noch einen Sprachumschalter, und Google wertet es nur aus, wenn sich die Fassungen gegenseitig nennen.

Adresse
eigene URL je Sprache, meist Unterverzeichnis
hreflang
Selbstreferenz und Rückverweise auf jeder Fassung
x-default
von Google empfohlen, keine Pflicht
Weiterleitung
keine automatische nach Sprache oder Standort
Inhalt 12 Abschnitte
  1. Was eine mehrsprachige Website ausmacht
  2. Wann weitere Sprachen sinnvoll sind
  3. Welche Seiten in welche Sprache gehören
  4. Adressen: Unterverzeichnis, Subdomain oder Länderdomain
  5. hreflang nach der Google-Dokumentation
  6. Website übersetzen lassen: drei Wege
  7. Sprachumschalter ohne Umwege
  8. Was eine mehrsprachige Website kostet
  9. Die häufigsten Fehler
  10. Aus der Praxis
  11. Häufige Fragen
  12. Quellen

Eine mehrsprachige Website beginnt nicht mit der Übersetzung, sondern mit drei Entscheidungen: welche Sprachen, welche Seiten und welcher Übersetzungsweg. Erst danach folgt die Technik, also eigene Adressen je Sprache, hreflang-Angaben und ein Sprachumschalter. Google hat die Regeln dafür genau dokumentiert, die hier zitierte Fassung stammt vom 21.09.2026. Trotzdem fand die bislang größte Auswertung von Ahrefs (2023) bei 67 Prozent der Domains mit hreflang mindestens ein Problem.

Was eine mehrsprachige Website ausmacht

Drei Bausteine tragen jede mehrsprachige Website. Fehlt einer, findet Google einzelne Fassungen nicht oder zeigt die falsche.

  • Eigene Adresse je Sprache. Google empfiehlt, für jede Sprachfassung eine eigene URL zu verwenden, statt die Sprache per Cookie oder Browsereinstellung umzuschalten.
  • Eine erkennbare Sprache je Seite. Google erkennt die Sprache am sichtbaren Inhalt, nicht am lang-Attribut, an der URL oder an hreflang. Inhalt und Navigation einer Seite stehen deshalb in derselben Sprache.
  • Die Verknüpfung über hreflang. Sie teilt Google mit, welche Adressen Sprachfassungen derselben Seite sind.

Konzept TAKASEKI: englische Produktseite für Präzisionspinzetten mit geöffneter Sprachliste Deutsch, English, Français und Japanisch, darunter vier Karten mit je einer eigenen Adresse pro Sprache und dem Hinweis hreflang de, en, fr, ja

Englische Produktseite mit Sprachliste und einer eigenen Adresse je Sprache, verknüpft über hreflang · Konzept TAKASEKI

Wann weitere Sprachen sinnvoll sind

Ob sich eine weitere Sprache lohnt, hängt an konkreten Zielgruppen. Drei Zahlen aus der Region zeigen, wo sie liegen:

über 55 %Exportquote der Wirtschaft im Rhein-Kreis Neuss
18,7 %der Beschäftigten mit Arbeitsort Neuss ohne deutschen Pass
rund 400japanische Unternehmen in Düsseldorf

Quellen: Wirtschaftsförderung Rhein-Kreis Neuss, abgerufen 01.10.2026; IT.NRW, Kommunalprofil Neuss, sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort, Stichtag 31.12.2024; NRW.Global Business, 17.04.2026.

Daraus ergeben sich typische Zielgruppen: Einkäufer im Ausland, internationale Konzerne mit englischsprachigen Ausschreibungen, Mutterhäuser ausländischer Vertriebsgesellschaften und Bewerbende, die eine Stellenanzeige in ihrer Sprache schneller verstehen. Vor der Technik stehen deshalb vier Fragen:

  1. Wer soll die Website in welcher Sprache lesen: Kunden, Einkauf, Bewerbende?
  2. Welche Seiten braucht diese Zielgruppe wirklich?
  3. Welcher Übersetzungsweg passt zu welchem Inhalt?
  4. Wer hält jede Sprache nach dem Start aktuell?

Weniger sinnvoll ist eine weitere Sprache, wenn die Kundschaft ausschließlich regional und deutschsprachig ist, wenn nur eine einmalige Übersetzung ohne spätere Pflege geplant ist oder wenn die Zielmärkte noch offen sind. Das ist die Einschätzung mehrerer Agenturen und Fachautoren, keine Regel von Google.

Welche Seiten in welche Sprache gehören

Nicht jede Sprache braucht jede Seite. Google verarbeitet auch unvollständige hreflang-Sätze, solange sich die vorhandenen Fassungen gegenseitig nennen. Daraus ergeben sich vier gängige Varianten:

  • Vollübersetzung. Alle Seiten in allen Sprachen. Sinnvoll bei aktivem Vertrieb im jeweiligen Markt.
  • Kernfassung. Startseite, Leistungen oder Produkte, Referenzen, Kontakt. Im B2B-Mittelstand der häufigste Fall.
  • Kurzfassung. Eine oder wenige eigenständige Seiten, etwa Unternehmen und Ansprechpartner, für den Erstkontakt.
  • Karriere-Sprachfassung. Stellenanzeigen und Kurzbewerbung zusätzlich etwa auf Polnisch oder Rumänisch, passend zur Belegschaft.

Die Navigation einer Sprache zeigt nur Seiten, die es in dieser Sprache gibt. Formulare, Fehlermeldungen und Bestätigungs-E-Mails gehören zur Sprachfassung dazu. Eine Seite mit übersetzter Navigation und deutschem Inhalt gilt bei Google als Duplikat, denn lokalisierte Fassungen sind laut Google nur dann Duplikate, wenn der Hauptinhalt unübersetzt bleibt.

Adressen: Unterverzeichnis, Subdomain oder Länderdomain

Google beschreibt vier Möglichkeiten, Sprach- oder Länderfassungen zu adressieren:

StrukturBeispielLaut GoogleIm Mittelstand
Unterverzeichnisbeispiel.de/en/einfach, wenig Wartung, ein ServerstandortStandard
Subdomainen.beispiel.deeinfach einzurichten, Ausrichtung für Nutzer unklarselten nötig
Länderdomainbeispiel.nlklares Länder-Signal, teuer, nur ein Landeigene Landesgesellschaft
URL-Parameter?lang=ennicht empfohlenvermeiden

Quelle: Google Search Central, Managing multi-regional and multilingual sites, Stand 10.12.2025. Spalte „Im Mittelstand“: Einordnung H&H Creative.

Die Struktur wird am besten von Anfang an festgelegt. Wird eine Website nachträglich mehrsprachig, ändern sich oft bestehende Adressen, und es braucht 301-Weiterleitungen wie bei einem Relaunch.

Aus der Praxis · KundenprojektKossivi’s Hope e.V. · Deutsch ohne Präfix, /en/ und /fr/

hreflang nach der Google-Dokumentation

Google akzeptiert hreflang auf drei Wegen, die laut Google gleichwertig sind: als <link> im Kopf der Seite, als HTTP-Header, etwa für PDF-Datenblätter, oder in der XML-Sitemap. Einer genügt. Für eine Seite in Deutsch, Englisch und Französisch sieht der Satz im Kopf so aus:

<!-- Im <head> jeder Sprachfassung, auf allen drei Seiten identisch -->
<link rel="alternate" hreflang="de" href="https://www.beispiel.de/leistungen/" />
<link rel="alternate" hreflang="en" href="https://www.beispiel.de/en/services/" />
<link rel="alternate" hreflang="fr" href="https://www.beispiel.de/fr/services/" />
<link rel="alternate" hreflang="x-default" href="https://www.beispiel.de/leistungen/" />

<!-- Canonical je Fassung auf sich selbst, hier auf der englischen Seite -->
<link rel="canonical" href="https://www.beispiel.de/en/services/" />

Für diesen Satz gelten laut Google feste Regeln:

  • Selbstreferenz. Jede Sprachfassung nennt sich selbst und alle anderen.
  • Rückverweise. Nennen sich zwei Seiten nicht gegenseitig, ignoriert Google die Angabe.
  • Vollständige Adressen mit https://, keine relativen Pfade.
  • Gültige Codes. Sprache nach ISO 639-1, optional mit Region nach ISO 3166-1, etwa de, de-AT oder en-GB. Codes außerhalb dieser Normen wie es-419 unterstützt Google nicht. Reservierte Codes wie EU, UN oder UK ignoriert Google, für Großbritannien ist en-GB richtig. Groß- und Kleinschreibung spielt keine Rolle.
  • x-default nennt eine Rückfallseite für Sprachen ohne eigene Fassung. Google formuliert es als Empfehlung („Consider adding“), nicht als Pflicht.

hreflang und Canonical

„If you’re using hreflang elements, make sure to specify a canonical page in the same language, or the best possible substitute language if a canonical page doesn’t exist for the same language.“

Google Search Central, Consolidate duplicate URLs (Stand 10.07.2026)

Google bevorzugt bei der Wahl der kanonischen Adresse außerdem Seiten, die Teil eines hreflang-Satzes sind. In der Praxis zeigt das Canonical jeder Sprachfassung auf sich selbst.

Wichtig

Ein Canonical von /en/ auf die deutsche Seite erklärt die englische Fassung zum Duplikat. Sie fällt dann aus dem Index, obwohl sie übersetzt ist.

Bing und KI-Suche

Bing gewichtet hreflang deutlich schwächer. Fabrice Canel von Bing schrieb 2020, hreflang sei bei Bing „a far weaker signal than content-language“. Ein korrektes lang-Attribut je Fassung, etwa <html lang="en">, ist deshalb doppelt wichtig: als Sprachsignal für Bing, dessen Suche auch Microsoft Copilot nutzt, und für Screenreader nach WCAG 2.2, Erfolgskriterium 3.1.1.

Website übersetzen lassen: drei Wege

Der Übersetzungsweg lässt sich je Inhaltstyp wählen. Eine Startseite mit Claim braucht anderes als ein Datenblatt.

WegQualitätGeeignet für
Fachübersetzunghoch, nach ISO 17100 mit Revision durch eine zweite PersonStartseite, Leistungen, Karriere, Rechtstexte
Maschinell mit Lektoratgut bei vollständiger Nachbearbeitung, geregelt in ISO 18587Produkttexte, Datenblätter, Neuigkeiten
Rein maschinellschwankend, Fachbegriffe und Ton oft unpassendinterne Entwürfe, nicht zur Veröffentlichung

Maschinelle Übersetzung ist bei Google nicht verboten. Die Spamrichtlinien nennen sie aber ausdrücklich im Abschnitt zum Missbrauch massenhaft erzeugter Inhalte:

„Scraping feeds, search results, or other content to generate many pages (including through automated transformations like synonymizing, translating, or other obfuscation techniques), where little value is provided to users“

Google Search Central, Spam policies (Stand 28.08.2026)

Maßstab ist also der Mehrwert, nicht das Werkzeug. Zwei Dinge erhöhen die Qualität auf jedem Weg: ein Glossar der Fachbegriffe vor Beginn der Übersetzung und Suchbegriffe, die je Sprache recherchiert statt übersetzt werden. Claims und Leitsätze werden oft besser in der Zielsprache neu geschrieben.

Impressum und Datenschutzerklärung

Art. 12 DSGVO verlangt Informationen „in präziser, transparenter, verständlicher und leicht zugänglicher Form in einer klaren und einfachen Sprache“. Die europäischen Leitlinien zur Transparenz (WP260) sehen eine Übersetzung vor, „where the controller targets data subjects speaking those languages“. Zum Impressum vertritt die IT-Recht Kanzlei, die Pflichtangaben seien zumindest auch in der Sprache vorzuhalten, die mit dem angesprochenen Adressatenkreis übereinstimmt. Wie das für eine bestimmte Website umzusetzen ist, gehört in eine Prüfung im Einzelfall.

Sprachumschalter ohne Umwege

Google rät ausdrücklich davon ab, Besucher automatisch von einer Sprachfassung auf eine andere umzuleiten. Der Googlebot crawlt laut Google meist aus den USA und sendet keine Sprachangabe in der Anfrage. Eine Weiche nach Browsersprache oder Standort kann Fassungen deshalb vor Google verbergen und schickt Reisende oder Pendler in die falsche Sprache. Besser ist ein sichtbarer Umschalter oder ein Hinweis mit Auswahl.

  • Sprachnamen statt Flaggen. Die Nielsen Norman Group empfiehlt, Sprachen als Text anzubieten statt mit Flaggen. Eine Flagge steht für ein Land, nicht für eine Sprache.
  • Namen in der eigenen Sprache: Deutsch, English, Français, Polski, 日本語.
  • Link auf die gleichwertige Seite, nicht auf die Startseite der anderen Sprache.
  • Echte Links mit href, damit Suchmaschinen jeder Fassung folgen können.

Was eine mehrsprachige Website kostet

Die Kosten bestehen aus drei Bausteinen. Die folgenden Werte sind Angaben einzelner Anbieter und keine Marktstatistik.

BausteinAnbieterangabenWovon es abhängt
Technik800 € je zusätzlicher Sprache (Maluure); mehrsprachige Projekte ab 3.000 € (IT Matter)Struktur, Redaktionssystem, Formulare, Anzahl der Sprachen
Übersetzung0,11 €/Wort allgemein, 0,14 €/Wort fachlich; 60 Seiten mit 15.000 bis 25.000 Wörtern ins Englische ca. 1.700 bis 3.500 € (Yavego)Wortzahl, Fachgebiet, Lektorat, Wiederholungen
Pflegeje Änderung und SpracheHäufigkeit von Änderungen, Freigabeweg

Quellen: Maluure und IT Matter, Preisseiten 2026; Yavego, Website-Check, 22.09.2026. Alle Werte Anbieterangaben.

Die Pflege wird nach Einschätzung mehrerer Fachautoren am häufigsten unterschätzt. Jede inhaltliche Änderung fällt in jeder Sprache an, mit Übersetzung und Freigabe. Ein Redaktionssystem mit Übersetzungsfeldern und Freigabe je Sprache macht diesen Ablauf planbar.

Merksatz

Eine veraltete Sprachfassung wirkt schlechter als eine gut gemachte Kurzfassung.

Die häufigsten Fehler

Fehler bei hreflang sind verbreitet. Zwei Auswertungen aus dem Jahr 2023 kommen zu ähnlichen Ergebnissen:

67 %der Domains mit hreflang haben mindestens ein Problem (Ahrefs)
15,3 %fehlende Rückverweise (Ahrefs)
31 %widersprüchliche Angaben, mehrere URLs je Sprache (Search Engine Land)
16 %ohne Selbstreferenz (Search Engine Land)

Quellen: Ahrefs, Patrick Stox, 10.08.2023, 374.756 Domains; Search Engine Land, Dan Taylor mit NerdyData, 04.04.2023, 18.786 Websites. Die 67 % bei Ahrefs schließen fehlendes x-default ein (56,3 %), das Google nur empfiehlt.

  • Nur Navigation übersetzt. Der Hauptinhalt bleibt deutsch, Google wertet die Seite als Duplikat.
  • Fehlende Rückverweise. Nennen sich zwei Fassungen nicht gegenseitig, ignoriert Google die Angabe.
  • Falsche Codes. en-UK, en-EU oder jp statt ja sind wirkungslos.
  • Canonical auf Deutsch. Übersetzte Fassungen fallen aus dem Index.
  • Sprachweiche nach Standort. Google und Reisende sehen nur eine Fassung.
  • Übersetzungs-Widget statt eigener Seiten. Ohne eigene Adressen gibt es keine Fassung, die Google indexieren kann.
  • Text in Bildern. Eingebrannte deutsche Schrift, unübersetzte Alt-Texte und PDFs bleiben deutsch.
  • Einmal übersetzt, nie gepflegt. Sprachfassungen laufen dem deutschen Stand hinterher.

Prüfliste vor dem Livegang

  1. Zielgruppe und Seitenumfang je Sprache festgelegt: voll, Kern, kurz oder Karriere.
  2. Suchbegriffe je Sprache recherchiert, Glossar angelegt.
  3. Übersetzungsweg je Inhaltstyp gewählt, Freigabe je Sprache geregelt.
  4. Eigene Adresse je Sprache, keine Parameter, keine Cookies.
  5. hreflang auf jeder Fassung: Selbstreferenz, alle Paare, vollständige URLs, gültige Codes, x-default.
  6. Canonical jeder Fassung auf sich selbst.
  7. lang-Attribut je Fassung, fremdsprachige Passagen ausgezeichnet.
  8. Sprachumschalter mit Sprachnamen, Links auf die gleichwertige Seite, keine Zwangsweiterleitung.
  9. Titel, Beschreibungen, Alt-Texte, Formulare, E-Mails und PDFs übersetzt.
  10. Rechtstexte je Sprache geklärt.
  11. Vor dem Start gecrawlt: Rückverweise, Statuscode 200, Sitemap.
  12. Zuständigkeit und Frist für Änderungen in allen Sprachen festgelegt.

Kundenprojekt

Aus der Praxis

Website von Kossivi's Hope e.V. auf einem iPhone

Kossivi's Hope e.V.

Der gemeinnützige Verein baut in Togo einen Campus für Kinder und informiert auf seiner Website auf Deutsch, Englisch und Französisch. Umgesetzt ist sie mit Astro und dem Redaktionssystem Directus, in dem der Verein die Inhalte selbst pflegt. Deutsch steht ohne Präfix, Englisch und Französisch unter /en/ und /fr/. Jede Fassung nennt denselben hreflang-Satz mit x-default und ein Canonical auf sich selbst, geprüft am 01.10.2026.

Sprachen
DE · EN · FR
Technik
Astro + Directus
hreflang
de, en, fr, x-default
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Häufige Fragen

Was ist hreflang?

hreflang ist ein Attribut, mit dem eine Seite ihre Sprach- und Regionalfassungen nennt, meist als <link rel="alternate" hreflang="en"> im Kopf der Seite. Google nutzt die Angabe, um Suchenden die passende Fassung zu zeigen. Die Sprache einer Seite erkennt Google dagegen am sichtbaren Inhalt, nicht an hreflang.

Braucht jede mehrsprachige Website hreflang?

Pflicht ist es nicht, Google findet Sprachfassungen teilweise auch ohne Auszeichnung. Google empfiehlt aber, die Fassungen ausdrücklich zu verknüpfen. Bing gewichtet hreflang nach einer Aussage von Bing aus dem Jahr 2020 nur schwach, dort zählt die Sprachangabe der Seite mehr.

Was bedeutet x-default, und ist es Pflicht?

x-default nennt die Seite, die Google zeigen soll, wenn keine Sprachfassung zur Einstellung des Suchenden passt. Google formuliert es als Empfehlung, nicht als Pflicht. In Studien fehlt x-default bei rund der Hälfte der Websites mit hreflang.

Unterverzeichnis, Subdomain oder Länderdomain?

Google beschreibt alle drei mit Vor- und Nachteilen und rät nur von URL-Parametern ab. Unterverzeichnisse wie /en/ sind einfach einzurichten und wenig aufwendig in der Wartung. Länderdomains passen eher zu Landesgesellschaften mit eigenem Team.

Darf die Website Besucher automatisch auf ihre Sprache umleiten?

Google rät davon ab. Der Googlebot crawlt meist aus den USA und ohne Sprachangabe in der Anfrage, eine Sprachweiche kann deshalb Fassungen vor Google verbergen. Besser ist ein sichtbarer Sprachumschalter, der auf die gleichwertige Seite verlinkt.

Reicht eine maschinelle Übersetzung?

Maschinelle Übersetzung ist nicht verboten. Googles Spamrichtlinien nennen aber automatisches Übersetzen als Beispiel, wenn dabei massenhaft Seiten mit wenig Mehrwert entstehen. Für veröffentlichte Texte ist ein fachkundiges Lektorat der übliche Weg, für Fachbegriffe ein vorher festgelegtes Glossar.

Müssen alle Seiten übersetzt werden?

Nein. Google verarbeitet auch unvollständige hreflang-Sätze, solange sich die vorhandenen Fassungen gegenseitig nennen. Im Mittelstand ist eine Kernfassung mit Startseite, Leistungen, Referenzen und Kontakt häufig. Zu vermeiden sind Seiten mit übersetzter Navigation und deutschem Inhalt.

Was kostet eine mehrsprachige Website?

Die Kosten setzen sich aus Technik, Übersetzung und Pflege zusammen. Anbieter nennen für die Technik etwa 800 Euro je zusätzlicher Sprache oder einen Einstieg ab 3.000 Euro für mehrsprachige Projekte, für Übersetzungen rund 0,08 bis 0,14 Euro je Wort. Alle Werte sind Anbieterangaben und hängen von Umfang und Fachgebiet ab.

Erkennt Google die Sprache am lang-Attribut oder an der URL?

Nein. Laut Google wird die Sprache am sichtbaren Inhalt erkannt, weder das lang-Attribut noch die URL noch hreflang dienen dazu. Das lang-Attribut ist trotzdem nötig, etwa für Screenreader nach WCAG 2.2 und als Sprachsignal für Bing.

In welcher Sprache müssen Impressum und Datenschutzerklärung stehen?

Art. 12 DSGVO verlangt Informationen in klarer und einfacher Sprache. Die europäischen Leitlinien zur Transparenz sehen eine Übersetzung vor, wenn sich ein Verantwortlicher an Personen in diesen Sprachen richtet. Wie das im Einzelfall umzusetzen ist, gehört in eine rechtliche Prüfung.

Porträt von Tim Höltkemeyer

Geschrieben von

Tim Höltkemeyer

Mitgründer von H&H Creative in Düsseldorf. Im Erstgespräch lässt sich in 15 Minuten klären, was dieses Thema für die eigene Website bedeutet.

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Verwandte Einträge

Quellen

20 Quellen, abgerufen am . Primärquellen stehen zuerst.

  1. Google Search Central: Tell Google about localized versions of your page Primärquelle · Stand 21.09.2026
  2. Google Search Central: Managing multi-regional and multilingual sites Primärquelle · Stand 10.12.2025
  3. Google Search Central: Consolidate duplicate URLs Primärquelle · Stand 10.07.2026
  4. Google Search Central: Spam policies for Google web search Primärquelle · Stand 28.08.2026
  5. Verordnung (EU) 2016/679 (DSGVO), Art. 12 Gesetz
Weitere 15 Quellen anzeigen
  1. W3C: Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.2 Standard
  2. ISO 17100:2015 Übersetzungsdienstleistungen Standard
  3. ISO 18587:2017 Post-Editing maschineller Übersetzung Standard
  4. IT.NRW: Kommunalprofil Neuss Behörde · Stand 15.01.2026
  5. Rhein-Kreis Neuss, Wirtschaftsförderung: Wirtschaftsstandort Behörde
  6. NRW.Global Business: Düsseldorf und NRW feiern 165 Jahre japanisch-deutsche Beziehungen Behörde · 17.04.2026
  7. Ahrefs: hreflang-Studie mit 374.756 Domains (Patrick Stox) Studie · 10.08.2023
  8. Search Engine Land: Study, 31% of international websites contain hreflang errors (Dan Taylor) Studie · 04.04.2023
  9. Search Engine Roundtable: Bing, hreflang ist ein schwaches Signal Fachmedium · 2020
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  14. Maluure: Website erstellen lassen, Preise Anbieterangabe · 2026
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In sieben Schritten prüfen, ob sich eine neue Website für das eigene Unternehmen lohnt.

Inhalt

  1. Was eine mehrsprachige Website ausmacht
  2. Wann weitere Sprachen sinnvoll sind
  3. Welche Seiten in welche Sprache gehören
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  5. hreflang nach der Google-Dokumentation
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